"Peter, du bist im Fernsehen!" Bei uns läuft der Fernseher selten, also haben wir schnell auf NPO3 umgeschaltet.
"Sophie in de Mentale Kreukels" lief. Wer Sophie Hilbrand nicht kennt: sie ist dafür bekannt, gesellschaftliche Tabus anzusprechen. Während ich bei einem Kongress im Krankenhaus Vlietland zur "Woche des Ohrs" war, drehte Sophie für ihre Show. Heute spricht sie über Belastungen und mentale Gesundheit im Zusammenhang mit Stress. Und sie rückt einen der wichtigsten Gründe ins Licht, warum unsere Arbeit bei Earproof so wichtig ist: Tinnitus.
In dieser Folge bin ich zu sehen und sage kurz etwas zum Leben mit Tinnitus — eine echte Herausforderung, an die ich täglich erinnert werde. Nach der Sendung kamen aus meinem Umfeld ähnliche Fragen. Deshalb habe ich sie hier zusammengefasst — um sie allen zu beantworten und hoffentlich noch mehr Bewusstsein zu schaffen.
Gespräche fangen meist so an:
Ich wusste gar nicht, dass du ein Piepen im Ohr hast. Hast du das schon mal erwähnt?
Erstmal: Leute mit Tinnitus posaunen das nicht überall hinaus. Es ist schon hart genug, jeden Tag mit einem hohen Pfeifen im Kopf zu leben — ich versuche, mich so gut es geht abzulenken.
Hörst du es die ganze Zeit?
Definitiv. Es wird nie still. Nicht beim Reisen, nicht beim Essen, nicht mal beim Schlafen. Es ist zermürbend. Ich wache nie wirklich ausgeruht auf. Mein Gehirn erzeugt und verarbeitet den Ton gleichzeitig. Das führt zu einem dauerhaften Stresszustand, weil dein Gehirn ein Gefahrensignal registriert.
Hast du wegen des Tinnitus Earproof gegründet?
Nein. Meine Beschwerden begannen, als ich Earproof bereits gegründet hatte. Ehrlich gesagt hat mich der Tinnitus aber zusätzlich motiviert, die Mission von Earproof weiterzuverfolgen. Alle sollten Ohrstöpsel verwenden, um Tinnitus oder Hörschäden zu vermeiden.
Wie klingt dein Piepen? Schwer zu sagen. Wenn du je nach einem Abend ausgehen mit einem Piepen oder Pfeifen im Ohr aufgewacht bist, weißt du, wovon ich rede. Laut, hoch und verdammt nervig. Abend für Abend kam ich vom Roxy Amsterdam mit diesem Piepen nach Hause. "Geiler Abend," dachte ich — ohne zu wissen, dass ich es eines Tages 24/7 hören würde.

Was verursacht das Piepen? Dieser Tinnitus entsteht durch eine Störung der Nervenleitung. Die Funktion der Haarzellen ist beschädigt, sie erkennen ihre Aufgabe nicht mehr. Das führt zu Verwirrung im Gehirn, das daraufhin selbst einen Ton erzeugt. Man nennt das auch "Phantomgeräusch".
Kann man es heilen?
Soweit wir wissen, gibt es keine Heilung für Tinnitus. Manchmal lassen die Beschwerden etwas nach, aber ganz weg geht es nicht. Mein Credo: schütz deine Ohren, dann kommst du gar nicht in solche Probleme!
Treibt es dich nicht komplett in den Wahnsinn?
Nicht mehr. Ich habe das Piepen akzeptiert und angenommen. Es gehört jetzt zu mir. Aber wenn ich sterbe, hoffe ich: "… und alles war still."
Ernsthaft: hätte ich gewusst, dass Gehörschutz tragen Tinnitus verhindert, hätte ich zehn Millionen für Ohrstöpsel bezahlt. Jetzt ist meine Mission, wenigstens zehn Millionen Ohren zu retten.
Erfahre mehr über Tinnitus und wie du dich davor schützen kannst.





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